Textgrafik: Projekt 'Religionspluralismus im Kanton Luzern'

Religionen

Scientology - Dianetik- und Scientology-Mission Luzern

Die Scientology-Kirche wurde 1954 als Organisation in Los Angeles (USA) gegründet. Vier Jahre zuvor hatte Lafayette Ronald Hubbard (1911-1986), u. a. erfolgreicher Science-Fiction-Autor, das Buch Dianetik: Der Leitfaden für den menschlichen Verstand veröffentlicht. Dieses Buch bildet die Grundlage für die Philosophie von Scientology. Dianetik ist laut Scientology eine wissenschaftliche Methode, die Probleme wie unerwünschte Gefühle, irrationale Ängste und psychosomatische Leiden erleichtern kann. Jeder soll sein gesamtes Potential an Fähigkeiten entwickeln, wobei Blockaden durch so bezeichnete Engramme, unbewusste Erinnerungsinhalte, überwunden werden müssen. Auf dieser Grundlage ist Hubbard zufolge eine Welt ohne Drogen, Kriminalität und Kriege möglich. Der Interessierte wird - nach einem Persönlichkeitstest - in Lehrgängen stufenweise in die Scientology-Religion eingeführt. Im Mittelpunkt steht das Auditing, ein seelsorgerisches Gespräch durch einen Auditor oder einer Auditorin, einem/r Geistlichen der Scientology Kirche. Ziel ist es, zu einem Operierenden Thetan zu werden, bei dem die gesamte Fähigkeit der Seele wiederhergestellt ist.
 

Organisatorisch gliedert sich die Scientology-Kirche in die zwei Leitungsgremien des "Religious Technology Center" (RTC) und der "Church of Scientology" (CSI). Das RTC sichert die Einhaltung der Originaltexte Hubbards, überwacht die Verwendung der Handelsmarke Scientology und ist für die Vergabe von Lizenzen zuständig. Das RTC fungiert als Wächterinstanz der korrekten Wahrung und Weitergabe der Lehre und Technologie von L. Ron Hubbard. Vorsitzender des RTC wurde 1987 David Miscavige.
 

Hauptaufgabe der "Church of Scientology International" (CSI) ist die weltweite Verbreitung des scientologischen Glaubensbekenntnisses. Die CSI hat ihren Sitz in Los Angeles und wird durch einen Vorstand aus kirchlichen Führungskräften repräsentiert. Präsident ist seit 1982 Reverend Heber C. Jentsch, zugleich offizieller Sprecher der CSI. Die CSI ist in mehr als 100 Ländern verbreitet und gliedert sich hierarchisch in einzelne Missionen und Dianetik-Zentren, Kirchen, Organisationen höherer Lernstufen sowie der "Flag Service Organization". An der Spitze der Hierarchie steht die "CS Flag Ship Service Organization", die Kurse höchster Stufe auf dem Schiff "MS Freewinds" abhält. Inhaltlich, nicht organisatorisch der CSI angeschlossen sind zahlreiche Verbände, die soziale Aktivitäten und Antidrogenkampagnen durchführen (u. a. Narconon, ABLE, auf wirtschaftlichem Sektor WISE).
 

Scientology ist in der Öffentlichkeit bekanntermassen nicht unumstritten. Sowohl das gesellschaftliche, z.T. von bestimmten Interessen beeinflusste Klima als auch rigorose Vorgehensweisen der Organisation selbst haben beigetragen, dass über diese Gruppierung wie über wohl kaum eine andere neue religiöse Bewegung resp. Organisation kontrovers diskutiert und geschrieben wurde. Die Frage, ob Scientology eine Kirche, Religion oder ein als Religion getarnter Wirtschaftskonzern sei, wird von der Justiz westlicher Staaten unterschiedlich beurteilt. In einzelnen Staaten ist diese "moderne Religion" anerkannt, in anderen wird sie staatlicherseits beobachtet Von Aussteigern wird der gruppeninterne Druck, viel Geld für Kurse auszugeben, kritisiert. In den vergangenen Jahren ist die z.T. hitzige und überzogene Diskussion um Scientology aufgrund der Verlagerung der Medienöffentlichkeit auf andere Themen abgeebbt.
 

Die erste Scientology Mission in der Schweiz wurde 1973 in Bern gegründet. Das Luzerner Zentrum folgte 1976. Es hat rund 80 Mitglieder, und betreut 200-300 Scientology-Interessierte in der Zentralschweiz. Nachmittags und abends steht das Zentrum für persönliche Studien oder Auditing offen. Anfang Januar 2009 wurde ein neues, größeres Domizil in Emmenbrücke bezogen.

Bild: Scientology-Infostand

Ein Info-Stand in der Innenstadt von Luzern, an dem Scientology über seine Anliegen informiert und neue Mitglieder wirbt. Kostenlose Tests sollen auf die Notwendigkeit der persönlichen Weiterentwicklung aufmerksam machen, die durch Scientology-Angebote erreicht werden kann.

Bild: Gebäude, in dem Scientology untergebracht ist

Eine Ansicht des Gebäudes in Emmenbrücke, das im Januar 2009 neu bezogen wurde.

Bild: Studierraum

Ein Studierraum des früheren Domizils in der Lädelistrasse, in dem sich die Mitglieder die für die einzelnen Kurse und Ausbildungsschritte notwendigen Kenntnisse aneignen.

Bild: Vortragsveranstaltung

Vortrag in der Mission. An der Wand hängt das Scientology-Kreuz, das die acht Dynamiken des Lebens symbolisiert. Das Bild wurde im bisherigen Haus in der Lädelistrasse aufgenommen.

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Letzte Aktualisierung: 14.02.2009