Textgrafik: Projekt 'Religionspluralismus im Kanton Luzern'

Religionen

Schiitische Gemeinschaft

Schiiten bilden neben Sunniten die zweite Hauptströmung innerhalb des Islam. Sie betrachten Ali, den Schwiegersohn Mohammeds, als rechtmässigen Nachfolger des Propheten. Die Bezeichnung "Schi'at Ali" heisst "die Partei Alis". Ali wurde 656 n. Chr. zum Kalifen auserwählt, jedoch 660 n. Chr. getötet. Sein Sohn Hussein fiel im Kampf um die Vorherrschaft mit seiner Familie in der Schlacht von Kerbala. Im Gedenken daran feiern die Schiiten Aschura, das zehntägige Märtyrerfest, mit Trauerriten. Die schiitische Gemeinschaft im Kanton Luzern trifft sich in einem grossen Raum im 1. Stock einer Lagerhalle in Reussbühl.
Die Mitglieder kommen aus dem Irak, wo ihr ursprüngliches Zentrum lag, dem Iran, wo etwa 90% der Bevölkerung Schiiten sind, dem Libanon und Syrien. Auch europäische Konvertiten gehören zur Gruppe. Die Schiiten treffen sich dienstags und donnerstagsabends zum Gebet. Frauen kommen mit ihren Kindern samstagnachmittags zum Religionsunterricht. Dabei werden u. a. islamische Lehrvideos angesehen. Die Gemeinschaft wird von einem schiitischen Imam betreut, der in Dänemark lebt. Die Gruppe ist nicht Mitglied der VIOKL, da das Verhältnis zur Vereinigung und den sunnitischen Muslimen durch Unstimmigkeiten belastet ist.

Bild: Haus des Vereins

Das Haus in Reussbühl, in dem der Verein Räume hat. Wie bei anderen islamischen Vereinen auch weist zunächst nichts auf eine religiöse Stätte hin.
 

Bild: Eingangstür mit arabischem Plakat

Die Eingangstür zu den Räumen.

Bild: Kinder beim Unterricht

Kinder beim Koranunterricht. Der Unterweisung der Kinder wird gerade in der Diaspora oft besondere Bedeutung beigemessen. Aus Mangel an Räumlichkeiten findet der Unterricht im Gebetsraum statt.

Bild: Kalligrafien

Kalligrafien mit den Namen der frühen Kalifen. Wegen des Bilderverbots hat der Islam eine reichhaltige Kunst der Kalligrafie entwickelt.

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Letzte Aktualisierung: 22.10.2010