
Die Karma-Kagyü-Linie ist eine Untergruppe der im 11. Jh. entstandenen Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Die Linie bildete sich im 12. Jh. Ihr spirituelles Oberhaupt ist der Karmapa. Er führte die Lehre von der bewussten Wiedergeburt ein: der Lehrer weiss vor seinem Tod, wann und wo er wiedergeboren werde und Schüler können anhand von Hinweisen das Kind, das als neuer Linienhalter inthronisiert wird, finden. Die Karma-Kagyü-Schule spaltete sich nach dem Tod des 16. Karmapa 1981, da zwei verschiedene Nachfolger eingesetzt wurden. Das Luzerner Karma-Kagyü-Zentrum erkennt Thaye Dorje als 17. Karmapa an. Das Zentrum richtet sich an "Menschen, die mit Beruf, Familie, etc. mitten im Leben stehen". Gelehrt wird Mahamudra, "das grosse Siegel", um dadurch den Geist in seiner "wahren Natur" zu erkennen. Das Zentrum, 1993 gegründet, befindet sich im 3. Stock eines Wohnhauses und umfasst einen Meditationssaal und Aufenthaltsraum mit Bibliothek. Im Treppenhaus steht eine gemauerte Stupa, ein mit Reliquien gefüllter Sakralbau. Der Verein zählt 40 Mitglieder. Wichtigste Lehrer sind Künzig Sharma Rinpoche und Ole Nydahl. Montags findet ein Vortrag mit Meditationseinführung, freitags Meditation für Geübte statt.

Das Gebäude in der Rössligasse, in dem sich das Zentrum befindet.

Stupa im Hauseingang. Ein Stupa enthält Reliquien des Buddha.

Ein Thangka. Die Bilder dienen der Erklärung der Kosmologie, der Vergegenwärtigung von Gottheiten und der Meditation.

Altar im Zentrum, auf dem verschiedene Gegenstände und Statuen von Gottheiten aufgestellt sind.

Detail des Altars: Die Göttin Tara ("Retterin"). Tara ist eine beliebte Gottheit zur Medition im tibetischen Buddhismus. Sie steht für den Schutz vor Gefahren und wird auch als Helferin in Notsituationen angerufen..

Detail des Altars: Reliquienbehälter.

Der vom Zentrum als 17. Karmapa anerkannte Thaye Dorje (rechts).
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