Textgrafik: Projekt 'Religionspluralismus im Kanton Luzern'

Religionen

Orthodoxe und altorientalische Kirchen

Im Kanton leben auch Gläubige der orthodoxen und orientalischen Kirchen. In der Regel gibt es keine eigenen Strukturen vor Ort und die Betreuung erfolgt von anderen Gemeinden ausserhalb des Kantons.
 

Armenisch-Apostolische Kirche

Pfarrer Shenork Y. Tschekidjian, Watterstrasse 54, 8105 Regensdorf
Tel. + Fax: 044 8402824, Natel 079 7047487
Symbol für WebseiteHomepage der Schweizer Kirche (franz.)

Im Jahre 301 n. Chr. wurde das Christentum in Armenien als Staatsreligion anerkannt. Die Armenisch apostolische Kirche vertritt die Lehre, dass die "Menschliche und die göttliche Natur Jesu Christi in seiner Person vereint sind". In der Schweiz wurde die erste Kirche 1969 in Genf errichtet, in der Deutschschweiz entstand 1993 eine armenisch-apostolische Kirchgemeinde mit einem eigenen armenischen Pfarrer. Heute leben mehr als 5000 Armenier in der Schweiz, davon im Kanton Luzern etwa zehn Familien. Einmal im Jahr findet in Pfäffikon ein Gottesdienst statt.

Gottesdienstszene: Priester am Altar

Priester der Kirche während eines Gottesdienstes
Foto: © Shenork Y. Tschekidjian.


Gottesdienstszene am Altar

Pfarrer während der Weihnachtsmesse
Foto: © Marinko Vukajlovic


 

Äthiopisch-orthodoxe Kirche (Tewahedo)

Mistre Haile Selassie, Postfach 1216, 8152 Opfikon
Tel. 044 8110806, Fax: 044 8110809
Symbol: Briefethiopian_orthodox@yahoo.de
Symbol für WebseiteHomepage der Kirche in der Schweiz

Die Apostel Frumentios und Aidesios wirkten zu Beginn des 4. Jh. in Aksum. Die Kirche war dem Patriarchat Alexandriens untergeordnet, bis sie 1959 die Unabhängigkeit erhielt. Die Zahl der Gläubigen welt-weit wird auf 12 Mio. geschätzt. In Zeremonie und Liturgie sind viele frühchristliche und jüdische Elemente enthalten. Im Kanton Luzern leben ca. 70 Äthiopier. 25-30 Personen kommen zu den Gottesdiensten, für die ein externer Priester anreist.
 

Griechisch-orthodoxe Kirche

Postfach 307, 6000 Luzern

Das Christentum breitete sich im 1. Jh. in Griechenland aus, anfangs mit Rom verbunden. 1833 wurde sie als Griechische Nationalkirche selbständig. Gottesdienstsprache ist griechisch.
In der Schweiz leben ca. 13.000 Griechisch-Orthodoxe. Im Kanton Luzern finden Gottesdienste in der katholischen Kirche in Horw mit einem Pfarrer aus Zürich statt.

Mazedonisch-orthodoxe Kirchgemeinde

Gislerstrasse 9, 6234 Triengen
Symbol für WebseiteHomepage

Im 9. Jahrhundert christianisierten Mönche das heutige mazedonische Territorium. Das neu entstandene Erzbistum ordnete sich unter die orthodoxe Ostkirche ein, wurde jedoch 1767 aufgelöst. Erst 1967 wurde die Mazedonisch- orthodoxe Kirche wieder für "autokephal" erklärt. Mitte der 80er Jahre kamen die ersten mazedonischen Arbeiter und Familien in die Schweiz. 1992 gründeten sie die mazedonisch-orthodoxe Kirchgemeinde Triengen und feierten ihre Gottesdienste in einer Halle. An wichtigen orthodoxen Feiertagen reisen über 1000 Gläubige aus der ganzen Schweiz nach Triengen zu den Gottesdiensten an. 2007 begann der Bau für die Kirche "Sveti Naum Ohridski", die als neu errichtetes Gebäude in mazedonisch-orthodoxerm Baustil entstand. Im September 2010 konnte unter grosser Beteiligung die neue Kirche eingeweiht werden. Der Sekretär der Kirchgemeinde, Venko Stoicov, schätzt, dass etwa 10 000 bis 15 000 mazedonisch-orthodoxe Christen in der Schweiz leben. Mit der neu erbauten Kirche in Triengen, die nach dem dem Hl. Naum von Ohrid benannt wurde, haben die mazedonischen Christen nun einen neuen Mittelpunkt.

Symbol für WebseiteAusführliche Informationen zu neuen Kirche
im Webportal "Kuppel-Tempel-Minarett"

Die mazedonisch-orthodoxe Kirche in Triengen; © Janosch Hain



 

Serbisch-orthodoxe Kirche

Dr. Dragoslav Popovic, Küssnacht am Rigi
Tel.: 041 8503509
Symbol: WebseiteHomepage

Im 9. Jh. christianisierten Missionare aus Konstantinopel die Serben. Im 13. Jh. wurde die Kirche selbständig. Sie entspricht in Lehre und Praxis anderen orthodoxen Nationalkirchen. In der Schweiz leben rund 100'000 Serben. Pfarrer Drasko Todorovic baute die "Serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde Heilige Dreifaltigkeit in der Schweiz" (SOGK) auf. In der Zentralschweiz gibt es ca. 20'000 Gläubige. Die Gottesdienste finden in der alten Pfarrkirche St. Agathe in Buchrain statt.

Rumänisch-orthodoxe Kirche

Pfarrer Dan Eliodor Moldovan, Postfach 1427, 6031 Ebikon
Tel. 041 5350056
Symbol: Briefbiserica.luzern@gmail.com
Symbol: WebseiteHomepage (rumänisch)

Die Rumänisch-orthodoxe Kirche ist mit ungefähr 20 Millionen Mitgliedern nach Moskau das zweitgrößte Patriarchat innerhalb der orthodoxen Kirchen. Ihr gehören etwa 87 Prozent der rumänischen Bevölkerung an. Seit dem Sturz von Ex-Staatspräsident Ceausescu 1989 erlebt die Kirche wieder einen Aufschwung. Seit 1949 gehören die in der Schweiz lebenden Rumänen der Metropolie mit Sitz in Paris an. In Luzern besteht die Kirchengemeinde "Nasterea Maicii Domnului" (die Jungfrau Marias Geburt). Regelmässige Gottesdienste finden in der Kapelle Bruder Klaus (Matthofring 2/4, 6005 Luzern) statt.

© 2012 Religionswissenschaftliches Seminar der Universität Luzern | Impressum

Mehr im Internet...

Grafik: WebsymbolReligionen in der Schweiz

Logo und Link: Universität Luzernwww.religionenlu.ch ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: April 2012