
Im Jahr 2011 wird die reformierte Gemeinde Stadt Luzern mit einem vielfältigen religiösen und kulturellen Angebot das Jubiläumsjahr der Matthäuskirche im Stadtzentrum Luzerns feiern. 1861 konnten Reformierte erstmals in Luzern in einer eigenen und repräsentativen Kirche ihre Gottesdienste feiern - Grund genug, den Anlass gross zu feiern.
150Jahre Matthäuskirche Luzern
Erneut beteiligten sich Anfang November 2010 christliche Kirchen und jüdische, muslimische, buddhistische, hinduistische und weitere Gemeinschaften an der Schweizweiten 'Woche der Religionen'. An verschiedenen Orten Luzerns begegneten sich Vertreter verschiedener Religionen, die Aktivitäten umfassten die Ausstellung "Der Ursprung", ein Konzert für den Frieden, eine MeditationsNacht, ein spiritueller Liederabend, ein interreligiöses Friedensgebet und weiteres mehr.
Woche der Religionen 2010, IRAS-CORTI
Im Oktober 2010 kam es in Triengen LU zu einer Kontroverse über Kruzifixe in der Primaschule. Der Streit fand in den Medien viel Beachtung: Die Kruzifixe im Klassenzimmer seien abzunehmen, forderte ein Vater, da sie gegen die Neutralität des Staates in Sachen Religion verstossen würden. Ein Bundesgerichtsentscheid von 1990 stützt die Forderung. Der Gemeindrat reagierte, indem er in den zwei Klassenzimmern der Kinder des Vaters anstatt Kruzifixe (Kreuz mit Figur des gekreuzigten Jesu) schlichte Kreuze aufhängen liess. Nach der Forderung der Kruzifixabnahme erhielt der Vater und seine Familie, die aus Deutschland zur Arbeit in die Schweiz gekommen waren, vielfache Anschuldigungen bis hin zu Morddrohungen - offen, jedoch anonym artikulierte Ausländerfeindlichkeit gingen mit einem Unverständnis der Gemeindeleitung für das bundesrechtlich entschiedene Anliegen einher. Die Bedrohungen veranlassten die Familie, die Schweiz zu verlassen, und die Gemeinde und Schule planen, die Kruzifixe in den Schulzimmern erneut aufzuhängen. Unterstützung erhielt dieses Vorgehen vom Luzerner Kantonsrat und Regierung, die den Bundesgerichtsentscheid dahin gehend interpretierten, dass Kruzifixe in Schulzimmern nicht gegen das staatliche Neutralitätsgebot in Sachen Religion verstosse und dass bei Verlangen die Kruzifixe durch Kreuze auszuwechseln seien. Ob dieses Deutung langfristig der sich veränderten Schweizerischen Religionslandschaft und der nachdrücklich steigenden Anzahl religiös Ungebundener gerecht wird, werden künftige Kontroversen zeigen.
"Das Kruzifix als Zankapfel", Swissinfo, 14. Oktober 2010
"Religiöse Neutralität als Rechtsprinzip in der multireligiösen Gesellschaft", Freiburger Veröffentlichungen zum Religionsrecht, 2008 (siehe besonders S. 69)
"Das Kreuz mit dem Kruzifix", Migros-Magazin mit einem interessanten Beitrag zum Kruzifix-Streit in Triengen und zur Entlassung eines Freidenkers aus dem Schuldienst im Wallis, 45, 8.11.2010, S. 18-21.
Seit März 2010 lädt die International Christian Fellowship (ICF) nunmehr auch im Kanton Luzern zu ihren "Celebrations" ein. Die dynamische Freikirche führt ihre Gottesdienste im Musical-Theater Le Théatre in Kriens durch, wo sich sonntagmorgens ein vornehmlich jugendliches Publikum zu Rockmusik, Gebet, Gesang und dynamisch inszenierter Predigt trifft.
"Du bisch mi Gott, ich bätte dich a", NLZ 19. März 2010
Bis zum Ende der Legislatur im Jahr 2011 muss der Kanton Luzern ein Gesetz verabschieden, dass die öffentlich-rechtliche Anerkennung von Religionsgemeinschaften neu regelt. So hat es das Volk mit der Annahme der Verfassung von 2007 entschieden.
Die Muslime streben schon lange nach rechtlicher Gleichstellung mit der römisch-katholischen, der christkatholischen und der reformierten Kirche. Doch nicht nur sie: Auch die serbisch-orthodoxe Kirche und die tamil-hinduistische Gemeinde überlegen, ob sie den Status beantragen wollen.
Neben handfesten Vorteilen hat der öffentlich-rechtliche Status auch eine starke symbolische Komponente. Drückt er doch eine rechtliche Gleichstellung mit den traditionellen Kirchen aus. Für die durch Zuwanderung in den Kanton gekommenen Relgionen ist das ein Stück Integration, d. h. auch ein Stück Eingliederung in die rechtliche Ordnung der Schweiz. Dabei stört nicht, dass für andere Religionen wie das Judentum die Frage der öffentlich-rechtlichen Anerkennung keine Rolle spielt.
Der DRS-Radiobeitrag Der Islam als Schweizer Landeskirche? (08.01.2010) thematisiert die vielfältigen Themen der Verleihung des Körperschaftsstatus an Religionsgemeinschaften. Regiergungsrat Anton Schwingruber benennt als Kriterien für beantragende Religionen u.a. die demokratische Verfasstheit der Gemeinschaft und die Dauer der Organisation. Es diskutieren Dr. Anton Schwingruber, Regierungsrat des Kanton Luzern, Beat Stauffer, Journalist, und Prof. Adrian Loretan, Kirchenrechtler, unter der Leitung von Maya Brändli.
In der Neuen Luzerner Zeitung wurde das Thema zuvor schon diskutiert.
Muslime wollen neuen Status − NZZ vom 11. September 2009
Orthodoxe und Hindus wollen auch − NLZ vom 19. September 2009
Die Integrationsstelle der Stadt Luzern, Mitarbeiterin Tamasha Bühler, hat im Dezember 2009 einen Bericht zu afrikanischen Organisationen und Schlüsselpersonen vorgelegt. Unter anderem zeigt sich, dass die afrikanische Bevölkerung im Kanton aus vielen verschiedenen Ländern Afrikas kommen, über 50% der Afrikanerinnen und Afrikaner im Alter zwischen 20 bis 39 Jahre ist und lediglich 19% der Afrikaner Frauen sind. Es bestehen fünf afrikanische Kirchen im Kanton:
- Assemblée Chrétienne de Lucerne, seit 1996;
- Lighthouse Church Littau, seit 2000
- Mission Chrétienne évangelique Jérusalem, seit 2001
- Eglise évangélique "La puissance du Saint Esprit", seit 2008
- Eglise evangélique Mont Carmel
Afrikanische Muslime, ebenso Muslime aus Asien und Europa, versammeln sich zum Gebet in der 1993 gegründeten Dar Assalam Afrikanische Mosche.

Bericht zur Situation von Afrikanern im Kanton
Das Anti-Minarett-Referendum wurde Ende November 09 Schweizweit mit deutlichen 57,5 Prozent angenommen. Im Kanton Luzern stimmten noch vier Prozent mehr gegen den Bau von Minaretten, gesamt 61,2 Prozent. In ländlichen Regionen wie Willisau und dem Entlebuch votierten 72,7 bzw. 72,4 Prozent für ein Bauverbot. Einzig in der Stadt Luzern verwarfen die stimmberechtigten Bügerinnen und Bürger die Initiative mit 57 Prozent (43% Ja) Gegen ein Verbot sprachen sich in der Zentralschweiz sonst lediglich noch die Stadt Zug (52% Nein) und die Urner Gemeinde Realp (52,6% Nein) aus.
Die Ergebnisse für die Zentralschweizer Kantone im Gesamt: Kanton Luzern 61,2% Ja, Kanton Nidwalden 62,8% Ja, Kanton Obwalden 62,4% Ja, Kanton Schwyz 66,3% Ja, Kanton Uri 63,8% Ja und Kanton Zug 56,7% Ja
Am Sonntag, 8. März 2009, demonstrierten etwa 1'000 bis 1'500 katholische Gläubige für eine offene Kirche und gegen die rückwärtsgewandten Entscheidungen des Papstes. Aufgerufen zu der Demonstration hatte der Verein "Kirchendemo". Die Initianden halten fest: "Als Katholikinnen und Katholiken, als Christinnen und Christen protestieren wir gegen die Politik des Vatikans, die auf eine dogmatisch verengte, autoritäre und weltfremde Kirche hinausläuft. Wir kritisieren insbesondere die einseitige Annäherung an die reaktionäre Piusbruderschaft und verschiedene Bischofsernennungen, die auf dieser Linie liegen."


Die Demonstration in Luzern. Für eine größere Darstellung auf die Bilder klicken.
Webseite des Verein "Kirchendemo"
Aufruf: Wir sind eine offene Kirche!
Grossaufmarsch für offene Kirche − NLZ vom 9. März 2009
Abt Martin versucht Empörung zu dämpfen − NZZ vom 9. März 2009
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Letzte Aktualisierung: 03.06.2011